Guttenberg redet Klartext in Washington
Freitag, November 20, 2009 at 03:33PM Bei seinem Aufenthalt in Washington traf sich Verteidigungsminister zu Guttenberg zunächst mit dem US-Secretary of Defense Robert Gates, dem National Security Advisor Jim Jones sowie Deputy Secretary of State Jim Steinberg. Zum Abschluss gab zu Guttenberg einen Vortrag im Center for Strategic and International Studies (CSIS). Darin ging er auf die Afghanistanpolitik der US-Regierung ein und erklärte unter anderem, dass ohne eine Strategie-Entscheidung der USA, keine Entscheidungen der Bündnispartner zu erwarten wären.
Zu Guttenberg forderte gleichzeitig auch einen größeren Einsatz der Regierung in Afghanistan. „Die afghanische Regierung sollte aufhören, ihre Versprechen zu wiederholen und handeln“, so der Minister. Lobende Worte fand er für General McChrystals Vorhaben, den Konflikt zu regionalisieren. Gleichzeitig kritisierte er die Geschwindigkeit mit der die europäischen Staaten sich an der Ausbildung der Polizei Afghanistans beteiligten. Auf Fragen zu einer neuen deutsche Ausrichtung der Afghanistan-Strategie erwiderte zu Guttenberg, dass man diesbezüglich die Ergebnisse der Afghanistan-Konferenz Ende Januar abwarten werde.
Allerdings hätten deutsche Auslandseinsätze noch nicht die notwendige Akzeptanz in der Bevölkerung gefunden, so der Minister. Einige hätten sich noch nicht an den Grad der Verantwortung gewöhnt, der mit der Rückkehr zur Normalität eines vereinten Deutschlands einher geht. Die Verantwortung zu Handeln würde oft mit einer Verantwortung vor (militärischem) Eingreifen zu warnen verwechselt - wobei vergessen würde, dass Nichtstun moralisch ähnlich verwerflich sein könnte, so zu Guttenberg.

