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Delegate Count
New York Times  
Stand 13.2.2012  
Romney 105
Santorum 71
Gingrich 29
Paul 18
Huntsman 2
 

Benötigte Delegierte

1144 
Umfragen
CBS News/NY Times  
8.2. - 13.2.2012  
Santorum 30%
Romney 27%
Paul 12%
Gingrich  10%

 

RCP  
Arizona (28.2.)
Romney +28%
Michigan (28.2.) Romney +11,6%
Georgia (6.3.) Gingrich +17,5%
Ohio (6.3.) Romney +4,5%
RCP Durchschnitt  
6.2. - 13.2.2012  
Santorum 30,2%
Romney 28,6%
Gingrich 16,4%
Paul 12,0%

Entries in max baucus (13)

Donnerstag
Okt292009

More Control and Taxes?

Das House Financial Services Committee hat am Mittwoch darüber abgestimmt, die Kontrollen von Firmen zu verstärken, die Bonitätseinstufungen vornehmen. Es hatte Beschwerden gegeben, dass diese Firmen das Risiko vieler Hypotheken falsch eingeschätzt und damit zur Finanzkrise im letzten Jahr beigetragen haben, so die Washington Post. Abgeordnete beider Parteien stimmten für eine Gesetzesvorlage, welche die Interessenskonflikte in den Firmen abbauen würde und es erleichtern würde, sie zu verklagen, sollten sie fehlerhafte Einschätzungen vornehmen.

Währenddessen haben die Demokraten im Kongress eine Gesetzesvorlage eingereicht, die es möglich machen soll, ausländische Banken zur Herausgabe von Kontoinformationen amerikanischer Staatsbürger zu verpflichten, um gegen Steuerhinterziehung vorzugehen, schreibt das Wall Street Journal. Das Gesetz aus der Feder von Max Baucus, dem Vorsitzenden des Finanzkomitees des Senats und Charles Rangel, dem Vorsitzenden des House Ways and Means Committee, könnte der amerikanischen Regierung in den nächsten zehn Jahren zu Einnahmen in einer Höhe von $8,5 Milliarden verhelfen.

Derweilen spielen Demokraten und Republikaner am heutigen Morgen die geplante Veröffentlichung eines offiziellen Regierungsbericht herunter, der vermutlich zeigen wird, dass sich die Wirtschaft aus der Rezession befreit hat, berichtet The Hill. Eine Reihe privater Analysten und Regierungsmitarbeiter erwarten, dass das Handelsministerium berichten wird, dass das Bruttoinlandsprodukt der USA im dritten Quartal zwischen 2,5 und 3 Prozent gewachsen ist.

Freitag
Okt162009

Ist die Reform finanzierbar?

In dieser Woche äußerte sich der Republikanische Abgeordnete Paul Ryan, Mitglied des House Budget Committee, nach Angaben des Wall Street Journal, zu den möglichen Konsequenzen der Gesundheitsreform. Seiner Meinung nach ist der Gesetzesentwurf von Max Baucus „der Höhepunkt der finanzpolitischen Verantwortungslosigkeit.” Es sei eine Schande, denn man könnte eigentlich das kaputte Gesundheitswesen reparieren, ohne die funktionierenden Elemente zu zerstören und ohne neue Sozialprogramme zu schaffen, die das Land noch schneller in den Bankrott führen.

Auch die Versicherungslobby hatte bereits vor der Kostenexplosion gewarnt, die das Gesetz des Finanzausschusses des Senats, gemäß ihrer Studie, herbeiführen wird. Die Motivation zu diesem Schritt scheint die Entscheidung des Ausschusses gewesen zu sein, das Bußgeld für diejenigen die keine Versicherung abschließen herabzusetzen, gleichzeitig aber Versicherungen gleicher Konditionen unabhängig der medizinischen Vorgeschichte anzubieten. Die Industrie ist besorgt, dass viele Bürger das Risiko eingehen werden, so lange ohne Versicherung zu bleiben, wie es geht, und erst im Krankheitsfall eine Versicherung abschließen. Paul Krugman bewertet die Aktion der Versicherungslobby im Op-Ed der New York Times als konstruktive Kritik, die zu einer Verbesserung der Gesetzesvorlage führen könnte.

Derweilen kritisiert Richard Lowry in der National Review den jüngsten Versuch der Demokraten, die Gesundheitsreform günstiger erscheinen zu lassen. Demokraten im Senat (und vielleicht auch im Repräsentantenhaus) wollen nun $250 Milliarden aus der Gesundheitsreform entnehmen – die Finanzierung von Medicare-Zahlungen an Ärzte – und in einem separaten Gesetz unterbringen. Dadurch erscheint ObamaCare billiger, die Auswirkungen auf das Haushaltsdefizit bleiben jedoch gleich.

Laut Sean Trende könnten sich auch die anstehenden Gouverneurswahlen in New Jersey und Virginia auf die Debatte um die Gesundheitsreform auswirken. Sollten die Republikaner beide Wahlen gewinnen, so könnten Blue Dog Demokraten sowie Demokraten aus überwiegend Republikanischen Bezirken den Eindruck gewinnen, dass sich die allgemeine Stimmung gegen die Demokraten gewendet hat und dadurch geneigt sein, gegen die Agenda des Präsidenten zu stimmen.

Mittwoch
Okt142009

History calls, Snowe answers

Im Finanzkomitee des Senats fand gestern derweilen eine wegweisende Abstimmung über die Gesundheitsreform statt, die die Spaltung der Parteien widerspiegelte, die sich über die letzten fünf Monate verhärtet hat, schrieb die Washington Post. Da wenig Republikanische Unterstützung für Max Baucus Gesundheitsreform erwartet wurde, begannen die Demokraten bereits interne Verhandlungen über die Vereinbarkeit der verschiedenen Vorschläge aus Senat und Repräsentantenhaus. Unterstützung fanden die Demokraten gestern bloß bei der Republikanischen Senatorin Olympia Snowe.

Dadurch dass sie sich gegen ihre eigene Partei gestellt hat, läuft sie jetzt Gefahr, bei der Besetzung eines wichtigen anderen Komitees nicht berücksichtigt zu werden, so The Hill. Ein Demokrat des ‘Commerce, Science and Transportation’ Komitees des Senats verkündete, dass die Republikanischen Mitglieder gegen Snowe stimmen würden, die als Anwärterin für den bald freiwerdenden Republikanischen Spitzenposten bei diesem Ausschuss gilt.

Das Wall Street Journal berichtet über sechs Schlüsselfiguren, die man beobachten sollte, wenn die nächste Phase der Gesundheitsdebatte beginnt. Dazu gehören die Republikanischen Senatorinnen Olympia Snowe und Susan Collins, sowie die Demokratischen Senatoren Blanche Lincoln, Ben Nelson, Mary Landrieu, und Roland Burris. Bei allen ist bisweilen unklar, ob sie bei ihren jetzigen Positionen bleiben.

Derweilen hat sich die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, der Aufnahme einer Bestimmung in die Reformvorlage des Repräsentantenhauses zugestimmt, die es jungen Erwachsenen erlaubt, bis zum Alter von 26 Jahren über ihre Eltern versichert zu bleiben, berichtet The Hill. Dies wird der jungen Wählerschaft und deren Eltern gefallen und gleichzeitig Kosten sparen. Während die Eltern ihre Versicherungskosten zahlen, profitieren die Kinder von Vorsorgeleistungen und belasten nicht die örtlichen Notaufnahmen.

Pelosi hat jedoch ein ‘Steuerproblem:’ Die Millionärssteuer, die zur Finanzierung eines Großteils der Gesundheitsreform des Repräsentantenhauses eingeführt werden soll, wird mit den steigenden Kosten nicht mithalten können, so der Politico. Einerseits sprechen sich die Gemäßigten gegen die Millionärssteuer aus. Andererseits haben die Parteilinken mit der Hilfe der Gewerkschaften gegen das Vorhaben des Senats gestimmt, ‘Luxusversicherungen’ zu besteuern, da zu viele Familien mit mittlerem Einkommen betroffen wären.

Mittwoch
Okt142009

Voreingenommene Studie von PWC?

Nachdem sich die Versicherungsindustrie bisher bei der Diskussion zurückgehalten hat, mobilisiert sie nun verstärkt gegen die Gesundheitsreform im Senat, so Roll Call. Der Auslöser war ein am Montag veröffentlichter Bericht von America's Health Insurance Plans, der Handelsgruppe der Industrie. Demnach steigen die Versicherungskosten einer durchschnittlichen amerikanischen Familie unter der Gesetzesvorlage des Finanzkomitees bis 2019 um $4.000. Die Regierung Obama und Demokraten aus dem Kongress reagierten auf die Anschuldigungen der Industrie erbost, schreibt die New York Times. Im Bericht heißt es, die Versicherungskosten würden unter der Gesundheitsreform des Finanzkomitees in den nächsten zehn Jahren um 18 Prozent mehr steigen, als ohne eine Reform. Damit würden die Kosten für Familien im Durchschnitt auf fast $26.000, für Einzelpersonen auf $9.700 ansteigen.

Die linke Blogosphäre zweifelte die unparteiische Qualität der Studie ausgesprochen deutlich an. TPMs Josh Marshall: "Lasst mich eins klarstellen. Morgen heißt es in den Nachrichten, dass 'America's Health Insurance Plans' (Lobby der Versicherungsindustrie) eine Studie bei PriceWaterhouseCoopers in Auftrag gegeben hat, wonach der Gesetzesentwurf des Finanzausschusses des Senats eine böse, böse Sache ist und zu einem Anstieg der Gesundheitskosten führt. Sind das wirklich Neuigkeiten?”

Die Studie wäre stattdessen ein Beweis für die Notwendigkeit der Einführung einer staatlichen Versicherungsoption, so digby: „Es gab bisher kein besseres Argument für die staatliche Versicherungsoption, als das der Versicherungsindustrie. Der falsche, eigennützige Bericht ist eine versteckte Drohung, die Versicherungskosten noch weiter zu erhöhen als eh schon geplant. Mir ist bisher noch kein so offensichtlicher Täuschungsversuch untergekommen.”

Die Konservativen sehen das ganze anders, so z.B. Townhalls Jillian Bandes: "Eine unabhängige Studie hat herausgefunden, dass ObamaCare die Gesundheitskosten für diejenigen erhöht, die bereits eine Versicherung besitzen…, das haben wir ja bereits geahnt.”

Mittwoch
Sep302009

Das Aus für die ‚public option‘?

Das Weiße Haus hat angeblich im Geheimen einen eigenen Gesetzesentwurf zur Gesundheitsreform formuliert, der demnächst in die Debatte eingebracht werden soll, berichtet Roll Call. Unklar ist bisweilen, wie weit die Vorlage bisher gediehen ist. Es scheint, als würden verschiedene Varianten ausgearbeitet, die – je nach dem wie sich die Debatte im Kongress entwickelt – flexibel zusammengesetzt werden können.

Im Senat sinken derweilen die Hoffnungen der Parteilinken, eine vom Staat finanzierte Versicherungsoption in ihre Gesetzesvorlage einbauen zu können – diese ‚public option‘ war für die Parteilinken das Grundgerüst der Gesundheitsreform. Dieser Vorschlag wurde am Dienstag gleich zweimal abgelehnt, so die Washington Post. Der Finanzausschuss des Senats stimmte mit 15 zu 8 bzw. 13 zu 10 Stimmen gegen zwei Änderungsvorschläge, die eine staatliche Versicherungsoption eingeführt hätten. Nichtsdestotrotz, verkündeten Demokraten, dass ihre Bemühungen, die staatliche Versicherungsoption doch noch durchzusetzen, nach Plan verlaufen würden, berichtet Roll Call. Die aktuellen Kämpfe zwischen linken und gemäßigten Demokraten, sowie zwischen Demokraten und Republikanern über die beiden Änderungsvorschläge an Max Baucus‘ $900 Milliarden Reformpaket, versprechen weitere hitzige Debatten im versammelten Kongress.

Derweilen gestand Robert Menendez, der Vorsitzende des ‚Democratic Senatorial Campaign Committee‘ (DSCC), dass seine Partei in den letzten zwei Monaten an Schwung verloren hätte – gleichzeitig warnte er jedoch, dass die Demokraten bereit wären, den Hauptfehler der Republikaner zu ihren Gunsten zu nutzen, schreibt The Hill. Menendez erläuterte, dass seine Partei im nächsten Herbst von der erholten Wirtschaftslage profitieren würde – während die Republikaner bislang darauf vertrauen, dass dies nicht so schnell passieren würde.

Montag
Sep282009

Versicherungspflicht notwendig?

Die Reform des Gesundheitswesens, die Senator Max Baucus vorgeschlagen hat, würde Millionen von neuen Versicherten schaffen, ohne dass diese automatisch vom Staat gesponserte Versicherungsprogramme in Anspruch nähmen – dies sind zwei wichtige Siege für die viel geschmähte Versicherungsindustrie, so das Wall Street Journal. Die Versicherten stehen jedoch nur an erster Stelle, wenn eine Versicherungspflicht für alle Amerikaner durchgesetzt wird. Versicherungsfirmen sehen die Versicherungspflicht als unumgänglich, wenn man gesunde Menschen dazu bringen möchte Versicherungen abzuschließen, um damit die Kosten zu decken, die die Versicherungen für die vielen kranken Menschen ausgeben.

Der Senat könnte die Gesetzesvorlage bereits in der Columbus Day Woche behandeln. Dieser Zeitrahmen wird sich allen Anscheins nach jedoch verschieben, da es noch nicht feststeht, wann die Vorlage fertig sein wird, so enge Mitarbeiter gegenüber Roll Call. Baucus strengt sich an, die Überarbeitung seiner Gesetzesvorlage bis Donnerstag oder Freitag abzuschließen, berichten Demokratische Quellen. Senator Jay Rockefeller kritisiert derweilen, dass über 70 Millionen Mitarbeiter in größeren Unternehmen unter Baucus‘ Vorschlag keine Krankenversicherung bekämen, schreibt die USA Today. Zudem würde der Baucus-Gesetzesvorschlag die Ausführung einer privaten Vereinigung von Versicherungsbeauftragten der Staaten überlassen – es wird befürchtet, dass dieser Verein zu eng mit der Industrie zusammenarbeiten wird, so die Los Angeles Times

Einige der Gesetzreformen würden zu unfairen Formen der Einkommensumverteilung führen und Anreize dafür geben, keine Versicherung abzuschließen, schreiben ehemaliger Health and Human Services Secretary Michael Leavitt und die ehemaligen Direktoren des White House National Economic Council, Al Hubbard and Keith Hennessey im Wall Street Journal. Im Politico versucht sich die ehemalige White House Sprecherin Dana Perino mit Analogien aus dem Baseball, um klar zu machen, wie die Republikaner die Debatte gewinnen können. Die USA Today meint derweilen die Lösung für die Finanzierung gefunden zu haben – man solle eine Steuer auf „high-end insurance policies" erheben.

Freitag
Sep252009

Rockefeller optimistisch

Die Demokratischen Senatoren Charles Schumer und Jay Rockefeller verkündeten heute zuversichtlich, dass die Nation bald eine staatliche Krankenversicherung hätte – obwohl ihr eigener Vorschlag im Finanzausschuss des Senats (noch immer) auf großen Widerstand stößt, berichtet Roll Call. „Morgen beginnt unser großer Kampf, wir werden bis zum Ende an unserem Konzept festhalten,” äußerte sich Schumer am Donnerstag Abend gegenüber Reportern. „Aber ich mache eine Prognose: Das Gesundheitsgesetz, das der Präsident am Ende unterzeichnet, wird eine starke staatliche Versicherungsoption enthalten.”

Es scheint, als würde sich der Finanzausschuss des Senats auch noch in der nächsten Woche mit der Überarbeitung von Max Baucus Reformvorlage beschäftigen müssen – es wurden unzählige Ergänzungs- und Änderungsanträge eingereicht, so Roll Call. Der Finanzausschuss arbeitete am Donnerstag zum dritten Mal bis spät in die Nacht an der Gesetzesvorlage und hat die Arbeit auch heute wieder aufgenommen. Baucus, der gehofft hatte, die Arbeit an seinem Gesetzesentwurf heute beenden zu können, zögerte auf die Frage hin, ob er seinen Zeitplan auch einhalten würde.

Die Demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus beendete währenddessen ihre Arbeit an einem alternativen Vorschlag zur Gesundheitsreform. Obwohl die Demokratische Basis gespaltener Meinung war, konnten sie sich am Donnerstagabend auf einen Entwurf einigen, so The Hill. Die gemäßigten und linken Demokraten stritten darüber, ob eine staatliche Versicherungsoption in die Vorlage aufgenommen werden sollte und über die Finanzierung des Gesetzes mittels einer Reichensteuer.

Die Gesetzesvorlage des Repräsentantenhauses würde Millionen von Medicare-Patienten im nächsten Jahr vor steigenden Versicherungskosten bewahren, so die Associated Press. Die Abgeordneten stimmten mit 406 zu 18 dafür ab, alle Prämienerhöhungen für ‚Medicare Part B‘ – der Arztbesuche abdeckt - abzuschaffen. Der Gesetzesentwurf wird nun an den Senat weitergereicht. Obwohl noch kein Termin für eine Anhörung angesetzt wurde, wird erwartet, dass sich der Finanzausschuss bald mit der Vorlage beschäftigen wird.

Die Regierung und die Demokraten im Kongress haben festgestellt, dass die Republikanische Opposition kein guter Verhandlungspartner ist, daher arbeiten sie jetzt alleine an der Umsetzung ihrer Agenda, meint Dana Milbank in der Washington Post. Die Republikaner attackieren wo sie nur können. Der Republikanische ‘Whip,’ Eric Cantor schlägt im Politico vor: “Lasst uns die Debatte um die Gesundheitsreform von vorne beginnen!”

Donnerstag
Sep242009

Gunfight at the OK Corral

Politisch verwundbare Demokraten beschweren sich darüber, dass Nancy Pelosi und andere Führungspersönlichkeiten im Repräsentantenhaus sie nicht vor umstrittenen Abstimmungen bewahren, wie noch in der letzten Regierungsperiode geschehen, berichtet The Hill. Konservative Demokraten befürchten, dass ihre Parteimitglieder bei den im nächsten Jahr anstehenden Zwischenwahlen in hoher Zahl abgewählt werden. Diese Angst hat sich in den letzten Wochen verstärkt. Pelosi machte zuletzt Schlagzeilen mit ihrem hartnäckigen Einsatz für eine Klima-Gesetzesvorlage, von der viele erwarten, dass sie scheitern wird, und einer liberalen Herangehensweise an die Gesundheitsreform. Kritiker aus ihrer eigenen Fraktion sind der Meinung, dass sie die sogenannten ‚Mehrheitsbeschaffer‘ ihrer Partei bloß stelle. Pelosis neuer Fokus auf die linke Agenda der Gesundheitsreform hatte am Mittwoch für Widerstand unter den gemäßigten Demokraten gesorgt.

Äußerungen aus den Reihen der Gemäßigten lassen vermuten, dass es nicht einfach werden wird, das Gesetz zu verabschieden, wenn ihre Interessen nicht berücksichtigt werden, so Roll Call. Aus internen Abstimmungen geht hervor, dass sich die Demokraten noch immer nicht über die strittigen Aspekte einigen konnten – die staatliche Versicherungsoption und eine Millionärssteuer, die die Finanzierung des Gesetzes sichern soll – und das obwohl der knappe Zeitplan der Demokraten vorsieht, dass die Arbeit an der Gesetzesvorlage in der nächsten Woche beendet wird. (Diese Millionärssteuer lobt E.J. Dionne Jr. in der Washington Post heute. Dieser Finanzierungsvorschlag von Jay Rockefeller und John Kerry würde Steuervorteile bei den Reichen zu kürzen, um die Versicherungsleistungen auf diejenigen auszudehnen, die bisher keine Krankenversicherung haben.

Derweilen kämpften am Mittwoch die Republikaner im Finanzausschuss des Senats weiterhin um die Herzen der höchst wichtigen Wähler im Rentenalter, so The Hill. Es war ein sonderbarer Rollentausch: Die Republikaner, die normalerweise über außer Kontrolle geratene Zahlungen schimpfen und Medicare-Leistungen reduzieren wollen, positionierten sich nun als deren Verfechter. Die $900 Milliarden Gesetzesvorlage des Demokraten Max Baucus würde die Ausgaben für Medicare um $300 Milliarden reduzieren, indem Zahlungen an Anbieter medizinischer Leistungen und Fördermittel für private Versicherungsanbieter im Medicare-Programm gekürzt würden.

Obwohl der wichtigste Geschäftsführer der Pharmaindustrie-Lobby gegenteiliges andeutete, warnte diese, dass Senator Bill Nelsons Zusatz zum Reformentwurf einen $80 Milliarden Deal zwischen der Industrie, Demokratischen Senatoren und dem Weißen Haus zum Platzen bringen könnte, so Roll Call. Bei einem gestrigen Gesundheitsforum beteuerte Billy Tauzin, der Präsident des ‘Pharmaceutical Research and Manufacturers of America,’ dass seine Organisation weiterhin mit den Gesetzgebern über die Gesundheitsreform verhandeln und ein eigenes Urteil zurückhalten würde, bis die finale Gesetzesvorlage vorläge.

Derweilen gibt es Entlastung für die gemäßigten Demokraten von Seiten der Gewerkschaften – Eine hochrangige Vertreterin der starken Gewerkschaft ‘Service Employees International Union’ (SEIU) betonte, dass man auch ein Gesetz zur Gesundheitsreform unterstützen würde, dass keine staatliche Versicherungsoption enthielte – dies ist ein beträchtlicher Kontrast zum harten Kurs, den der neue Präsident des Dachverbands der Gewerkschaften (AFL-CIO) fährt, berichtet Politico. Auf die Frage, was die SEIU machen würde, sollte die staatliche Option nicht im finalen Gesetzesentwurf enthalten sein – was für manche unausweichlich scheint – antwortete die Direktorin der Finanzabteilung, Anna Burger, dass ein unvollkommenes Gesetz besser wäre als wenn gar keine Reform zustande käme. Die Bemühungen in diesem Jahr würden nur ein erster Schritt sein.

Für Linke ist ObamaCare ein ‚Gunfight at the OK Corral‘ – die entscheidende Schlacht für die Gesundheitsreform, meint Daniel Henninger im Wall Street Journal. Nachdem das Thema nun seit 70 Jahren auf dem Tisch ist und von Obama noch einmal in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt wurde, muss sich die Öffentlichkeit nun ein und für alle mal entscheiden, ob sie die Reform möchte, oder nicht. Wenn nicht, so wird die Baucus-Vorlage mit dem bürokratischen Manöver der ‚Reconciliation‘ durchgeboxt. Wenn das passiert, so wird der ‚post-partisan‘ Präsident, sofern das überhaupt vorstellbar ist, eine von Parteikämpfen geprägte Zeit noch verschlimmern. Barack Obama war letztes Jahr mit dem Ideal der überparteilichen Zusammenarbeit angetreten und muss gerade beim Thema Gesundheitsreform mit einer geschlossenen Front der Republikaner zurechtkommen.

Mittwoch
Sep232009

Neuer Ausfall bei den Demokratischen Senatoren

Falls sich Präsident Barack Obama fragt, warum sich seine Initiative zur Gesundheitsreform, gemeinsam mit seinen Zustimmungsraten, auf dem sinkenden Ast befindet, sollte er sich die Resultate einer bisher wenig beachteten Gallup Umfrage ansehen, die in dieser Woche veröffentlich wurde, meint Monica Crowley in der Washington Times. Seit 2001 hat Gallup jeden September eine Reihe von Fragen zur Arbeit der Regierung gestellt. Die Resultate aus diesem September deuten auf weitverbreitete Abneigung gegenüber großangelegten Regierungsmaßnahmen.

Während die Demokraten die Gesundheitsreform debattieren, haben sie selber mit krankheitsbedingten Ausfällen zu kämpfen. Am Dienstag musste Senator Robert Byrd nach einem Sturz ins Krankenhaus eingewiesen werden – dies ist ein weiterer gesundheitlicher Rückschlag für den dienstältesten amtierenden Senator der USA und frustriert die Demokraten, die sich weiterhin nicht der 60-Stimmen Mehrheit erfreuen können, die sie 2008 gewonnen hatten, schreibt der Politico. Das bisherige Versagen der Demokraten, sich die Republikanische Unterstützung für ihre Gesundheitsreform zu sichern, hat Anlass für neue überparteiliche Verhandlungen in beiden Kammern des Kongresses gegeben. Beide Gruppen versuchen die Gesetzesvorlagen noch vor der Debatte im Plenum zu ihrem Gunsten zu modifizieren, schreibt The Hill. Sieben gemäßigte Senatoren – zwei Republikaner, vier Demokraten und ein Unabhängiger – steigerten ihre Bemühungen um das Gesetz, nachdem die überparteiliche Gruppe des Finanzkomitees des Senats eine Vorlage produziert hat, die trotz monatelanger Verhandlungen nur unter Demokraten – und auch dort nicht komplett - Unterstützung findet.

Am Dienstag begann das Finanzkomitee des Senats endlich damit, die Änderungsvorschläge für ihren Gesetzesentwurf zur Gesundheitsreform zu präsentieren. Aber es hat sich nicht viel geändert, berichtet The Hill in einem weiteren Artikel. Die Eröffnungskommentare, die von 22 Senatoren vorgetragen wurden, enthielten dieselbe Rhetorik, die die Debatte um die Gesundheitsreform nun schon seit mehreren Monaten prägt. Zum Redaktionsschluss war die Diskussion noch nicht einmal beim ersten der über 500 Änderungen angekommen! Derweilen attackieren die Republikaner das Demokratische Vorhaben einer Krankenversicherungspflicht, so das Wall Street Journal. In die Defensive getrieben, halbierte der Vorsitzende des Komitees, Senator Max Baucus, das Bußgeld für Familien ohne Krankenversicherung von $3.800 auf $1.900 im Jahr.

Die Demokratische Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, arbeitet währenddessen am Reformvorschlag des Repräsentantenhauses und bezieht dabei eine linke Position. Sie will zwei Punkte in die Vorlage einbinden, die von den Moderaten abgelehnt werden: eine Reichensteuer, die bei der Finanzierung des Entwurfes helfen soll und eine staatliche Versicherungsoption, die am Medicare-Vergütungssatz angelehnt ist, so Roll Call. Pelosis riskanter Schachzug wird jene gemäßigten Demokraten im Repräsentantenhaus verärgern, die versucht haben, ihre Vorlage an die des Finanzkomitees des Senats anzupassen. Derweilen widersprach am Dienstag der Finanzchef des Kongresses Obamas wiederholt geäußerte Behauptung, dass die Medicare-Leistungen der Senioren durch die Gesundheitsreform nicht gekürzt würden, so die Associated Press. Douglas Elmendorf äußerte diese Bedenken gegenüber einigen Senatoren.

Dienstag
Sep222009

80 Prozent Übereinstimmung!?

Im Rahmen seiner letzten Medienkampagne – die in der amerikanischen Presse auch als medialer Blitzkrieg bezeichnet wird – verschlug es Präsident Obama gestern Abend in die Unterhaltungsbranche. Obama ist der erste amerikanische Präsident, der während seiner Amtszeit in der 'Late Show With David Letterman’ zu Gast war, so die Washington Post. Obamas Auftritt war jedoch überwiegend seriös gehalten: Letterman stellte Fragen zu Afghanistan, der Wirtschaftslage und der Gesundheitsreform.

Währenddessen plant der Vorsitzende des Finanzkomitees des Senats, Max Baucus, am Dienstag eine überarbeitete Version seiner Gesetzesvorlage zur Gesundheitsreform einzureichen, die den Bedenken der Demokraten und der Republikanischen Senatorin Olympia Snowe Rechnung tragen soll. Snowe sowie einige Demokraten hatten beklagt, dass der Versicherungsschutz nicht erschwinglich wäre, so der Politico. Es wird erwartet, dass Baucus den $28 Milliarden ‘Überschuss’ in der Gesetzesvorlage dafür nutzen werde, die Kosten für die Mittelklasse zu senken, so Stimmen aus Baucus‘ Umfeld. Dies würde dazu führen, dass die Steuervorteile für Personen mit geringem und mittlerem Einkommen steigen und Strafen für Personen, die keine Versicherung abschließen, reduziert würden.

Derweilen scheinen sich die Parteidiffernenzen zu reduzieren. Eric Cantor, der in der Republikanischen Partei für ‚Parteidisziplin‘ zuständig ist, ist einer von Obamas schärfsten Kritikern. Am Montag traf Cantor auf den Demokraten Bobby Scott, einen der größten Obama-Anhänger – entgegen aller Erwartungen stimmten sie bei der Gesundheitsreform in vielen Bereichen überein, schreibt Roll Call. Während einer der seltenen überparteilichen Sitzungen, kam es zu keiner offenen Konfrontation zwischen Cantor und Scott. Beide Abgeordneten gaben zu, dass Demokraten und Republikaner zu 80 Prozent über die Inhalte des Gesundheitsreformentwurfs des Repräsentantenhauses übereinstimmen.

Mit Spannung wird auch Joe Bidens heutiger Einstieg in die Gesundheitsdebatte erwartet. Er wird Obama heute mit der Veröffentlichung eine Studie des Weißen Hauses zu den steigenden Versicherungskosten im Gesundheitssektor unterstützen, so das Wall Street Journal. Biden wird die Ergebnisse bei der Jahresversammlung der ‘National Association of Insurance Commissioners’ in National Harbor verkünden, nach Angabe der NAIC stammen die Hälfte aller ihrer Verbraucherbeschwerden aus dem Gesundheitssektor. Gemäß eines Auszuges seiner Rede, die vom Weißen Haus veröffentlich wurde, wird der Vizepräsident verkünden, dass die Versicherungsprämien in der letzten Dekade zwischen 90 und 150 Prozent gestiegen sind – weitaus schneller als Gehälter und die Inflationsrate.