Obama verteidigte am Dienstag die amerikanischen Bemühungen, um eine Reduktion des Kohlendioxidausstoßes, gegenüber internationaler Kritik. Gleichzeitig forderte er die israelischen und palästinensischen Führer zu gegenseitigen Zugeständnissen auf, die den Weg für ein Friedensabkommen ebnen sollen, so The Hill. Obama verbrachte einen stressigen Tag bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen und musste sich einer außenpolitischen Herausforderung nach der anderen stellen. Den krönenden Abschluss bildete ein persönliches Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao, von dem erwartet wurde, dass er von den Vereinigten Staaten ihr Bekenntnis zum freien Handel einfordern würde. (Vor knapp zwei Wochen hatten die Amerikaner neue Zollgebühren für den Export von in China produzierten Reifen erhoben).
China und die Vereinigten Staaten unterhielten schon immer komplexe Beziehungen. Obama und Hu Jintao versprachen sich nun am Dienstag gegenseitige diplomatische Sicherheit in dieser angespannten Zeit, schreibt das Wall Street Journal. Wenn die USA und China zusammenarbeiten, können sie eine effektive, globale Antwort auf die Bedrohung durch den Klimawandel geben, erklärt die New York Times. „Oder sie können es gemeinsam so richtig vermasseln.” Obama bekundete, dass er sich auf seinen anstehenden Besuch in China freuen würde. Der Staatsbesuch wird schon lange erwartet und erfolgt in Verbindung mit Obamas Reise zum APEC-Gipfel, der im kommenden November in Singapur stattfinden wird.
Es ist noch kein Jahr vergangen, seitdem Obama das Präsidentenamt übernommen hat und schon hat sich das politische Blatt gewendet: Die internationalen Klimaakteure loben die Bemühungen Chinas – und begegnen den Vereinigten Staaten mir harscher Kritik, schreibt der Politico. Offizielle der Vereinigten Nationen und europäische Vertreter lobten während des gestrigen Treffens Chinas Kampf gegen den Klimawandel; im Gegensatz dazu forderten sie mehr Einsatz von den Vereinigten Staaten. Die europäischen Staatschefs betonten ebenfalls den – ihrer Meinung nach – fehlenden politischen Willen im Senat, ein Gesetz zur Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes zu verabschieden.
Es wird erwartet, dass Obama auf dem G20-Gipfel, der morgen in Pittsburgh beginnt, Argumente dafür darlegen wird, warum die Regierungen weltweit Subventionen von fossilen Brennstoffen wie Öl, Gas und Kohle einstellen sollten, so Bloomberg News. Obama versucht noch vor dem Treffen in Kopenhagen, im kommenden Dezember, eine internationale Einigung über die Reduktion von Treibhausgasen zu erreichen. Treibhausgase werden als primäre Verursacher der globalen Erderwärmung gesehen. Das neue Abkommen wird das Kyoto-Protokoll aus dem Jahre 1997 ablösen.
Derweilen meldete die Environmental Protection Agency (EPA) dass es von den größten Verursachern von Treibhausgasen in der Nation verlangen würde, ab dem 1. Januar ihre Emission zu messen und die Daten an die Regierung zu übermitteln, berichtet die New York Times. Die EPA verkündete, dass damit 85 Prozent der Treibhausgasemission der Vereinigten Staaten in den Report einfließen würde.