Afghanistan - No End In Sight
Dienstag, Juni 29, 2010 at 03:43PM 
Der Krieg in Afghanistan findet kein Ende. Nach nunmehr neun Jahren Kampfeinsatz am Hindukusch und einem mittlerweile größeren Truppenkontingent als im Irak, gibt es immer mehr Anzeichen für ein militärisches Debakel. Trotz der 94.000 Soldaten in Afghanistan stellen sich die militärischen Offensiven als schwierig dar und verlaufen nicht nach Plan. Mit dem Höchststand an Truppen und Offensiven kommt es auch zu neuen gravierenden Verlustzahlen, die mittlerweile insgesamt über 1.100 gefallene US-Soldaten beziffern. Dabei gestalten sich die Beziehungen zu Präsident Karzai ebenfalls problematisch, wie die Washington Post berichtet. Weder auf dem Schlachtfeld noch in den Räumen des Kapitols gibt es daher enthusiastische Erfolgsmeldungen zu verzeichnen. Die Afghanistanstrategie von Präsident Obama, die neben einer Truppenaufstockung von 30.000 Mann, einen Beginn des Rückzuges aus Afghanistan im nächsten Sommer vorsieht, wurde besonders mit dem damals neuen US- und NATO-Oberbefehlshaber Stanley McChrystal entwickelt. McChrystal sah einen Sieg in Afghanistan mit der Einführung einer sogenannten „Counter Insurgency Strategy“ (COIN) verbunden, mit der General David Petraeus bereits 2007 im Irak erfolgreich war.
Die Kritik an McChrystal wurde im Zuge der anhaltenden Probleme in Afghanistan daher nicht geringer. Laut der Washington Post stand McChrystal zunehmend unter Druck: Einerseits wurde die Zeit immer knapper, um konkrete Erfolge vorzuweisen, anderseits sah er sich einem Feind konfrontiert der ihn auszusitzen droht. So will zum Beispiel Verteidigungsministers Robert Gates schon bis zum Ende diesen Jahres einen Lagebericht vorstellen, der den Fortschritt im Kriegseinsatz beurteilen soll, so der Artikel weiter. Andererseits äußerte sich selbst Gates vorsichtig zur Bedeutung dieses Berichtes. Es wäre illusorisch, große Erwartungen an den Dezember Termin zu haben, so Gates laut der Washington Post.
Hinzu kommt, dass die Novemberwahlen in diesem Jahr die politische Debatte stark beeinflussen. Der geplante Beginn des Truppenrückzuges aus Afghanistan im Juli 2011 wird somit immer mehr in Frage gestellt, so die Washington Post. Auch die New York Times schreibt, dass sich sechs Monate nach dem Entschluss Obamas, zusätzliche Truppen nach Afghanistan zu schicken, Anzeichen für Spannungen innerhalb der Regierung deutlich machen. Dabei bietet sich die Frage nach der strategischen (Neu-) Ausrichtung an. Mit der Ernennung David Petraeus zum Befehlshaber für Afghanistan sieht es zunächst eher so aus, als würde Obama seiner Strategie treu bleiben.
Zweifel im Kongress
Die Associated Press berichtete vor zwei Wochen, dass sich die Kluft zwischen US-Militärs und einer Gruppe von Kongressmitgliedern zunehmend weitet. Dabei kritisierten vor allem eiserne Demokraten die Aussagen des Pentagons, es gäbe einen Fortschritt in Afghanistan zu verzeichnen. Mit Bezug auf die vergangene, deutliche Demokratische Unterstützung für die Kriegsstrategie des Präsidenten, äußerte sich Senator Carl Levin, dass es durchaus Anlass zur Sorge gebe. Angesichts der Novemberwahlen sei es fraglich, ob der Demokratische Rückhalt anhält. Die Anhörungen im Kongress erhöhen nun den Druck auf das Pentagon, wo selbst ein hochrangiger Offizieller sogar das Gefühl der Angst in Bezug auf Afghanistan äußerte, so die Associated Press. Die New York Times merkt jedoch an, dass Gates auf die kurze Zeit seit Verkündung der Strategie verwies und dass er selbst durchaus zufrieden sei mit den Entwicklungen seitdem.
The Hill berichtet, dass selbst der Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, Steny Hoyer, bestätigte, dass die Demokraten ernstzunehmende Zweifel an den Erfolgschancen des Afghanistaneinsatzes haben und dass der Zuspruch in der Partei durchaus brüchig sei. Hoyer war einer der stärksten Unterstützer der Obama-Strategie in Afghanistan, äußerte aber aufgrund der aktuellen Fehlentwicklungen, Zweifel am Demokratischen Rückhalt. Hoyer ist dabei nicht alleine. Eine ganze Reihe von ehemaligen Unterstützern der Obama-Strategie äußern Besorgnis, so die New York Times.
Die aktuellen Rückschläge in Afghanistan haben nun die Debatte über den Rückzugsplan Obamas angeregt, so die Los Angeles Times, und weist auf diesbezüglich von US-Kommandeuren geäußerte Vorbehalte hin. Während einer Anhörung vor dem Kongress gab Central Command Oberbefehlshaber Petraeus bekannt, dass er den Termin zum Beginn des Truppenrückzuges im Juli 2011 durchaus befürworte. Petraeus machte jedoch noch einmal klar, dass der tatsächliche Umfang des Rückzuges von zukünftigen Umständen vor Ort abhängig sei.
Abzug ja, nur wann?
Die Agence France-Presse schreibt, dass trotz der kritischen Fragen der Senatoren, Petraeus nochmal seine Befürwortung für das Ziel Obamas betonte, im Juli 2011 damit zu beginnen, die Verantwortung für die Sicherheit des Landes den afghanischen Truppen zu übergeben. Dies sei nicht das Datum an dem die USA alle Truppen abzögen. Aus Republikanischen Kreisen gab es vor allem die Kritik an Obama, nicht deutlich genug darauf zu verweisen, dass der Truppenrückzug durchaus schleppender und langsamer von Statten gehen könne, wenn sich die Situation im Lande nicht verbessere, so der Politico.
In einem Interview mit dem Weekly Standard meinte Senator John McCain ebenfalls, dass es ganz besonders wichtig sei, dass der Präsident öffentlich betone, was seine Außenministerin Hillary Clinton und sein Verteidigungsminister Robert Gates bereits sagten: Der Beginn des Truppenabzuges 2011 ist an Konditionen gebunden. McCain kritisierte Obama für dessen Schweigen und erklärte es mit Obamas Furcht, seine linke Basis zu verlieren.
Die Obama Regierung verschafft sich bereits Handlungsspielraum, so die Washington Post. Militärs und Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums haben die Wichtigkeit des Lageberichtes Ende des Jahres heruntergespielt. Diese Äußerungen wirken eigentümlich, da die bisherigen Aussagen der Administration eher darauf schließen ließen, dass der Bericht ein wichtiger Bestandteil für die zukünftige Strategie und ein Beweis für deren Erfolg in Afghanistan sein könnte, so die Post.
McClatchy berichtet währenddessen, dass ehemalige Mitarbeiter der US-Regierung und andere Experten davor warnen, dass die Regierung auf der einen Seite den Juli 2011 als Fixpunkt zum Beginn des Truppenabzuges ansehe, zugleich aber keine politische Strategie zur Stabilisierung des Landes habe. Laut diesen Experten, liege der Fehler der Administration vor allem darin zu beschreiben, wie ein „post-amerikanisches“ Afghanistan aussehen soll. Der Fokus auf einen Truppenabzug, so zitiert McClatchy die Aussagen der Experten in seinem Artikel weiter, kreiere Zweifel innerhalb und außerhalb der Administration, ob Obamas Zeitplan Lösungen zu Schlüsselproblemen habe: U.a. wie die talibanische Ablehnung der afghanischenVerfassung und der Einführung eines demokratisch, parlamentarischen Regierungssystems.
Potpourri an Problemen
Anfang des Monats traten Afghanistans Geheimdienstchef Amrullah Saleh sowie Innenminister Hanif Atmar überraschend zurück, nachdem Präsident Hamid Karzai beide stark kritisierte, den Angriff auf die landesweite Friedenskonferenz nicht verhindert zu haben, meldet McClatchy. Die Washington Post bezeichnet diese Entwicklung als eine Überraschung, der zwei amerikanische Verbündete in Karzais Stab eliminiert. Der Artikel schreibt weiter, dass die beiden Rücktritte das ohnehin schon belastete Verhältnis zwischen Karzai und Washington, zusätzlich schwächen. Die Post verweist darauf, dass ein Sprecher des Pentagons, Geoff Morrell, beide afghanische Regierungsmitglieder als bewundernswerte Personen bezeichnete, deren Dienste die USA zu schätzen wisse. Insbesondere Atmar war ein Minister, der für die USA wichtig gewesen sei. Auch die New York Times berichtet, dass die Rücktrittsverkündungen NATO-Führungskräfte und -Diplomaten überrascht hätte. Ein NATO-Offizieller, der auch ein enger Vertrauter General Stanley A. McChrystals war, sagte der Zeitung, dass man ein gutes Verhältnis über die Zeit entwickelt hätte. Zudem wäre dieses Ereignis nicht gerade hilfreich für deren Zusammenarbeit, so der NATO-Offizielle.
Ebenfalls Anfang des Monats berichtete die New York Times, dass eine Studie des amerikanischen „House Subcommittee for National Security” ergab, dass amerikanische Steuerzahler ohne deren Kenntnis, ein Netzwerk an Warlords in Afghanistan mitfinanziert haben. Diese Kriegsherren bewegen sich außerhalb der Kontrolle der afghanischen Regierung sowie der NATO-Truppen und kümmern sich zum Beispiel um die Eskortierung von Konvois . Die Studie fand zudem heraus, dass die Finanzierung dieser „privat-organisierten” Kriegsherren oftmals an mafiaähnliche Schutzgeldzahlungen erinnere. Die Studie schlussfolgerte, dass die wichtigsten privaten Sicherheits-Subunternehmen aus Kriegsherren, Diktatoren, Feldherren und Militärführern bestünden, die mit der afghanischen Regierung um Einfluss und Macht konkurrieren. Die Washington Post berichtet, dass diese Sicherheitsarrangements Teil eines rund $2,16 Milliarden umfassenden Logistikvertrages seien. Diese Arrangements brechen nicht nur amerikanische Gesetze bezüglich des Einsatzes von privaten Sicherheitsfirmen und unterwandern Bestimmungen des Verteidigungsministeriums, sondern schwächen auch entscheidend übergreifende US-Ziele, wie die Bekämpfung von Korruption oder die Stärkung der afghanischen Regierung.
Auch gestaltet sich die Beziehung zu Pakistan weiterhin problematisch. Die Los Angeles Times zitiert einen Bericht der London School of Economics (LSE), in dem behauptet wird, dass Pakistans mächtiger Geheimdienst (ISI) nicht nur talibanische Aufständige in Afghanistan finanziell unterstützt, sondern auch einen Sitz im „Leadership Council“ der Aufstandsbewegung inne hat. Die Dimension der ISI - Taliban Beziehung, so zumindest die Auffassung des Autors Matt Waldman, ist schädigend für das ohnehin schon angekratzte Verhältnis zwischen den USA und Pakistan, beziehungsweise dessen militärische Institutionen und zivilen Regierung von Präsident Asif Ali Zardari. Laut der New York Times nimmt der LSE Bericht zudem an, dass Pakistans Geheimdienst die talibanischen Aufständigen wissentlich unterstützt, um den Einfluss in Afghanistan über den Erzrivalen Indien zu erhalten. Bruce Riedel, ein ehemaliger CIA-Analyst und jetziger Senior Fellow an der Brookings Institution, erklärt in der Times, dass dies keine große Überraschung sei. Es sei eine Konstante in den letzten 15 Jahren, dass die Taliban und der ISI eine enge Beziehung pflegen.
McChrystals ruhmloser Abgang
Oberbefehlshaber McChrystal wurde nun letzte Woche von Obama seines Amtes enthoben, weniger als 48 Stunden nachdem ein Interview mit dem General im Rolling Stone veröffentlicht wurde. In dem Artikel äußerte sich McChrystal kritisch gegenüber dem Präsidenten, Vize-Präsidenten und einer Reihe hochrangiger Stabsmitglieder des Weißen Hauses. Die Medien und Opposition sind sich im Großen und Ganzen darüber einig, dass die Entlassung gerechtfertigt sei und beklagen stattdessen die unbedachten Aussagen McChrystals, die überhaupt erst zur Amtsenthebung geführt haben.
Die Los Angeles Times schrieb dazu, dass Obama, bei einem Amt wie McChrystal es begleitete, wenig Toleranz für ungezwungene Fehler habe. McChrystals Team habe sich zu solchen Fehlern verleiten lassen, und das nicht nur in großem Maße, sondern auch zu dem schlechtesten Zeitpunkt, so die L.A. Times weiter. Die Associated Press urteilte bereits am Vortag, dass es sich dabei, wenn nicht gar um Befehlsverweigerung, dann zumindest um eine indirekte Kampfansage an das zivile Management des Krieges handele. Die Washington Post berichtete, dass McChrystals Mangel an politischem Geschick seinen Fall unvermeidbar gemacht habe. McChrystal äußerte sich am Mittwoch, dass er Obamas Afghanistanstrategie stark befürworte, und den NATO-Truppen, den Koalitonspartnern sowie der afghanischen Bevölkerung tief verbunden sei, so die Washington Post. Der Bericht zitierte McChrystal weiter, dass er aus Respekt vor dieser Verbundenheit und seinem Wunsch, die Mission erfolgreich beendet zu sehen, seinen Rücktritt anbiete. McClatchy umschreibt die “Affäre” als einen richtungsweisenden Moment für Obamas Präsidentschaft. Laut McClatchy verwies Obama auf die Notwendigkeit, die Prinzipien der militärischen Achtung vor der zivilen Kontrolle zu erhalten und fügte hinzu, dass die Aussagen McChrystals und die seines Stabs in einem US-Magazin zur US-zivilen Führung die Entscheidung forciert hätten.
Die New York Times schreibt, dass es innerhalb der Administration dennoch Unstimmigkeiten bezüglich McChrystals Rauswurf gab. So schreibt die Times, dass Berater aus dem Weißen Haus (inklusive Verteidigungsminister Robert Gates) Obama durchaus vor einem Austausch McChrystals gewarnt haben. Andere persönliche Berater des Präsidenten sprachen sich hingegen für die Entlassung McChrystals aus.
Auch aus den Medien kamen kritische Stimmen zu Obamas Entscheidung. Die Washington Post rief bereits am Vortag der Entscheidung in einem Kommentar den Präsidenten dazu auf, McChrystal nicht zu entlassen. Auch wenn McChrystal mit seinen öffentlichen Bemerkungen ein schlechtes Urteilsvermögen gezeigt habe, wäre es nicht besonders klug von Obama seinen Rücktritt anzunehmen. Als Gründe gab der Bericht an, dass McChrystal zum einen der Architekt Obamas Afghanistanstrategie sei. Seine Entlassung könne die Mission verschleppen oder gar entgleisen lassen. Zum anderen habe McChrystal gute, wertvolle Beziehungen zu den afghanischen und pakistanischen Behörden. Außerdem seien seine Kommentare symptomatisch für die tiefe Dysfunktion in den Beziehungen zwischen dem US-Militär und den zivilen Behörden, für die McChrystal, so die Washington Post, nicht direkt verantwortlich sei. In einem anderen Washington Post Artikel wird zudem darauf hingewiesen, dass die personellen Unstimmigkeiten das US-Engagement in Afghanistan sogar zurückgeworfen haben. Der Rauswurf McChrystals würde nun die Fehler innerhalb der Afghanistanstrategie offenbaren.
Dave is back, again
Präsident Obama beorderte nun General David Petraeus nach Afghanistan, um McChrystals Job zu übernehmen. General Petraeus, der schon 2007 im Irak den „Karren aus dem Dreck“ ziehen musste, berichtet die USA Today. Der Politico schreibt ähnlich ironisch, dass trotz aller Unterschiedlichkeiten zwischen Obama und Bush, beide doch etwas gemeinsame haben, zumindest wenn es um Kriegsführung geht: Sobald es so scheint, als ginge alles den Bach runter, vertrauen beide auf Petraeus. Jedoch kommt es diesmal nicht zu einem Strategiewechsel, erinnert die Associated Press. Obama bittet den US-Senat dringend, Petraeus zu bestätigen und betonte, dass die von ihm neu angekündigte Afghanistanstrategie vom Dezember 2009 keiner Veränderung unterzogen werde. Die Washington Post verwies auf Aussagen von Mitarbeitern des Weißen Hauses, die in der Ernennung Petraeus’ vor allem eine Bewahrung der eigenen Autorität Obamas als Oberbefehlshaber sehen. Die Entscheidung Petraeus zu benennen, so die Washington Post weiter, erlaube dem Präsidenten seine Kriegsstrategie fortzuführen.
All eyes on December?
Die New York Times berichtet dazu, dass Obama nun seinen fragmentierten Afghanistan-Stab wieder zusammen bringen muss, zu einer Zeit in der die Gewalt im Kriegsgebiet täglich zunehme und zentrale Teile der Offensive drohen, zum Stillstand zu kommen. Die Associated Press berichtet in einem weiteren Artikel, dass auch US-Alliierte in Afghanistan hoffen, dass trotz McChrystals Entlassung, die bisherige Strategie fortgeführt wird. Der Artikel meldet, dass es von Kabul bis London Uneinigkeit über McChrystals Entlassung gibt. Gerade in Afghanistan, so der Artikel, hätten einige Militärs ihre Bestürzung über McChrystals Abgang geäußert. Die Washington Post schreibt dazu, afghanische Behörden wären enttäuscht von McChrystals Entlassung, setzen aber zugleich große Hoffnungen in seinen Nachfolger. In einem anderen Washington Post Artikel wurden dabei drei Lager innerhalb der US-Truppen identifiziert. Diejenigen die gegen McChrystals Rücktritt sind, diejenigen die seine Entlassung befürworten, und diejenigen die zu sehr mit Einsätzen beschäftigt sind, um dem Skandal zu folgen. Oberleutnant Rathmann, der in Kandahar stationiert ist, meinte dazu: "Wir haben hier zu viel zu tun. Als Soldat befolgt man nur Befehlen.”
Michael Crowley kommentiert im Time Magazine, dass McChrystal und sein engster Stab zwar spöttische und beleidigende Kommentare gegenüber der Obama-Regierung gemacht hätten, diese allerdings wenig substantielle Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Gruppen über die Afghanistan-Strategie zum Ausdruck bringe. Dennoch werden die nächsten Monate und insbesondere der Lagebericht im Dezember, Aufschluss darüber geben, inwiefern es zu einem wirklichen Rückzug im nächsten Sommer komme.
Laut der New York Times plädiert Vizepräsident Biden weiterhin für einen Strategiewechsel, nachdem er bereits im Herbst letzten Jahres einer Erhöhung der Truppenanzahl widersprach. Der neue General Petraeus, so die Times, möchte hingegen die bisherige Strategie beibehalten, wie er heute in einer Senatsanhörung des „Armed Service Committee“ wiederholte.
Bloomberg News sieht in Petraeus den möglichen Heilsbringer. Petraeus genieße nicht nur einen enormen Respekt am Capitol Hill, sondern habe auch sein Können schon auf den Schlachtfeldern des Iraks bewiesen. Ein Geschick, das die US- und NATO Mission am Hindukusch in diesen entscheidenen Monaten voranbringen könne, so Bloomberg News. Doch Petraeus biete auch für Präsident Obama die Gelegenheit, seine Afghanistanstrategie zu rechtfertigen, so ein New York Times Artikel. Der nunmehr neun Jahre andauernde Krieg und die aktuell steigenden Verluste (mit 76 Toten US-Soldaten allein im Juni und dem damit blutigsten Monat seit Kriegsbeginn), fordere zunehmend Erklärungsbedarf vom Präsidenten. Die Hoffnungen lägen nun auf Petraeus, nicht nur die des Volkes, sondern auch des Präsidenten, so die New York Times.
kasusa |
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